Transfer in der hochschultypübergreifenden Lehre

Transferprojekte in der Lehre sind spannend für alle Beteiligten, aber auch aufwändig. Zwischen akademischen und außerakademischen Partnern bedarf es genauer Absprachen und mitlaufender Feinabstimmung, um den unterschiedlichen Arbeitsweisen, Zeitvorstellungen und Organisationslogiken gerecht zu werden. Die Chancen, aber auch die Risiken vergrößern sich, wenn nicht nur eine Hochschule, sondern mehrere in einem Projekt mit einem externen Partner kooperieren, insbesondere, wenn diese Hochschulen unterschiedlichen Typs sind. In Baden-Württemberg gibt es fünf verschiedene Hochschultypen: Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaft, pädagogische Hochschulen, Akademien (Kunst, Musik, Theater) und die Duale Hochschule mit 9 Standorten. Insgesamt sind es 83 Institutionen im Land. Am Bodensee liegt es obendrein nahe, mit Hochschulen der Schweiz, Österreichs oder Liechtensteins zusammenzuarbeiten.

Die Möglichkeiten und die Herausforderungen hochschultypübergreifender Lehrprojekte im Transferbereich waren das Thema der dritten Transfer-Lehre-Tage an der Universität Konstanz. Zum dritten Mal organisierte das Team Transfer Lehre (Sibylle Mühleisen und Dr. Albert Kümmel-Schnur) gemeinsam mit der Hochschuldidaktik (Melanie Moosbuchner) diese Veranstaltung, die alle geförderten Projekte des vergangenen Jahres in einer Posterausstellung vorstellte. In einer Serie von acht 90minütigen Miniworkshops wurden häufig wiederkehrende Fragen und Themen von Transferprojekten bearbeitet. Beliebt waren die „Einführung in die Agilen Methoden für Transfer-Lehre-Projekte“, die Dr. Magdalena Reichmann und Peter Schramm von der Firma Seitenbau vorstellten, „Überlegungen zur Digitalen Transformation und deren Folgen für die Lehre“ durch Veronika Pöhnl oder die „Darstellung des Schwerpunkts MINT und Gesellschaft“ im Rahmen des Verbunds transferorientierter Lehre Baden-Württemberg durch Prof. Dr. Wolfgang Coenning. Mit letzterem Workshop ist eine Besonderheit der diesjährigen Transfer-Lehre-Tage benannt: erstmals wurden sie in Verbindung mit dem landesweiten Verbund transferorientierter Lehre, kurz TRAFO, durchgeführt.

Die abschließende Podiumsdiskussion machte noch einmal die Frage der guten Zusammenarbeit zwischen Hochschulen unterschiedlichen Typs zum Thema. Auf dem von Dr. Albert Kümmel-Schnur moderierten Podium diskutierten miteinander (in alphabetischer Reihenfolge): Eugen Bors (Student der Geschichtswissenschaften), Dr. Hansjörg Brem (Leiter des Amtes für Archäologie des Kantons Thurgau und Mitglied des Universitätsrates Konstanz), Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Coenning (Hochschule Esslingen und Leiter des NwT-Bildungshauses Göppingen), Prof. Dr. Markus Rhomberg (Geschäftsführer der IBH), Prof. Dr. Michael Stürner (Prorektor für Lehre, Universität Konstanz). Stark debattiert wurde u.a. das Verhältnis von Forschung und Lehre und der daraus resultierende unterschiedliche Umgang mit Transfer in der Lehre. Die Diskussion kann hier vollständig angeschaut werden.

Text: Albert Kümmel-Schnur; Fotos: Uni Konstanz

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