Rückblick

Hier finden Sie Eindrücke aus vergangenen TRAFO-Veranstaltungen.
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15.10.2020

Service Learning und Transfer Lehre: Mit wem kooperieren? Heikle Partner – gute Prozesse? Mit wem in Transfer Lehre-Projekten kooperieren?

Online-Workshop in Kooperation mit der Eberhard Karls Universität Tübingen

Text: Albert Kümmel-Schnur

Am 15. Oktober veranstaltete der Verbund transferorientierter Lehre Baden-Württemberg (www.trafo-bw.de) gemeinsam mit der Universität Tübingen und der Hochschule Karlsruhe einen Online-Workshop zu Frage der Partnerwahl bei Kooperationsprojekten zwischen akademischen und nicht-akademischen Akteuren in der Lehre. Mit dabei waren Teilnehmer:innen aus der Service-Learning-Community, der Existenzgründungsunterstützung und allgemein des Managements von Transferprojekten in der Lehre. Als Gäste waren Prof. Dr. Benjamin Nölting von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und Alexander Bernhard, Gründer und Geschäftsführer von Social Entrepreneurship BW e.V geladen.

Ein elfenbeinerer Turm oder eine weltabgeschiedene Gelehrtenrepublik war die Hochschule eigentlich nie. Im Laufe ihrer langen Geschichte hat sie immer in irgendeiner Form mit externen Partnern aus eigenem Willen kooperiert oder unter dem Druck fremden Zwangs paktieren müssen. Seit nun die wissenschaftspolitische Vorgabe, unter dem Namen ‘Transfer’ mit nicht-akademischen Partnern zusammenzuarbeiten, in allen Leitbildern deutscher Hochschulen zu finden ist, stellt sich verschärft die Frage nach Kriterien einer sinnvollen Partnerwahl. Insbesondere für die Lehre ist diese Frage brennend, denn hier sind neben Wissenschaftler:innen und ihren je persönlichen Forschungsinteressen immer auch die Bildungsbiographien der an den Veranstaltungen teilnehmenden Studierenden betroffen. Der zurecht bestehende Anspruch auf gute Lehre wirkt sich in unterschiedlicher Weise auch auf die Wahl von Kooperationspartner:innen aus:
– wird hier in erster Linie eine Dienstleistung oder ein Produkt als Ergebnis des Lernprozesses erwartet, darf man Zweifel an der notwendigen Prozessorientierung haben;
– ist eine Abweichung von den in das Projekt gesetzten Erwartungen für den Partner akzeptabel? Darf man, m.a.W., Fehler machen? Scheitern gar?
– werden Studierende als Ansprechpartner akzeptiert?

Die hier versammelten Fragen zielen auf die Gestaltung des Projektes als Lernraums für Studierende. Projektpartner müssen sich darüber einig sein und sich auch darüber explizit verständigen, dass das gemeinsame Vorhaben im Rahmen einer Ausbildung angesiedelt ist und entsprechend hinsichtlich der Qualität von Prozeß und Ergebnis risikobehaftet.

Die Verständigung über Lehre als Rahmen des Projekts ist unumgänglich und deshalb auch wenig überraschend. Problematischer ist die Frage der normativen Grenzziehungen. Gibt es Institutionen, Unternehmen, Gruppen oder Personen, mit denen zusammenzuarbeiten sich grundsätzlich verbietet? Darf man etwa Projekte mit der Rüstungsindustrie und sei es nur mit ihren zivilen Abteilungen oder zu Fragen – etwa des Gesundheitsschutzes der dort Angestellten und Arbeitenden -, die mit dem Hauptgeschäft, der Herstellung von Waffen, nichts zu tun haben? Oder muss man die ethische Frage umgekehrt stellen: darf man sich einem Gespräch mit wem auch immer aus prinzipiellen Vorüberlegungen und -meinungen heraus verweigern oder ist Kooperation nicht gerade dort am nötigsten, wo sie am schwersten fällt? Allerdings ist dann auch zu fragen, ob die Lehre der richtige Ort für hochproblematische Partnerschaften ist oder auch nur sein kann.

Solchen Fragen stellten sich die Teilnehmer:innen in sehr intensiven Diskussionen. Dabei versuchten sie, Kriterien zu erarbeiten, die als Grundlage einer produktiven Entscheidung für die richtigen Kooperationspartner:innen dienen könnten. Relativ schnell konnte man sich auf zwingend erforderliche, allerdings eher formale Bedingungen einigen: genügend Zeit auf beiden Seiten, inhaltliche Passung und Prozessoffenheit gehörte dazu. Sehr viel kontroverser verlief die Diskussion von zwingenden Ausschlusskriterien: der Ausschluss eines reinen Marketinginteresses seitens des externen Partners stieß noch auf breite Zustimmung. Die Zivilklausel, die manche Hochschulen in ihre Verfassung aufgenommen haben, wurde auch genannt, gehörte aber schon zu den kritischer beäugten Kriterien. Ob man schließlich ‘religiöse Partner’ grundsätzlich von Kooperationsprojekten ausschließen solle als säkulare Institution, wie jemand vorschlug, war ein heiß diskutiertes Thema.

Ein einheitliches Ergebnis stand deshalb auch nicht am Ende des Workshops. Alle Beteiligten jedoch waren sich einig, dass die Diskussionen das individuelle Problembewusstsein deutlich erhöht hatte. Weniger Klarheit und mehr Denkanlässe – auch das ist ja nicht das schlechteste Ergebnis einer akademischen Auseinandersetzung.

Impulsvortrag von Alexander Bernhard

Hier finden Sie einen Impulsvortrag von Alexander Bernhard, dem Gründer und Vorstand von SocEntBW (Social Entrepreneurship Baden-Württemberg), einem Netzwerk und Kompetenzzentrum für verantwortungsvolles Wirtschaften in Baden-Württemberg. In dem Impulsvortrag folgen wir Leitfragen, wie: Was ist Social Entrepepreneurship oder was ist es nicht? Schließen sich gesellschaftliche Verantwortung und marktwirtschaftliche Tätigkeit aus? Spannungsfeld: Positive Wirkung und gute Intention vs negative Nebenwirkungen? Was bräuchte es für die Kooperationen von SocEnt mit Hochschulen?

Interview mit Prof. Dr. Benjamin Nölting von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

In dem Interview geht es um Gelingensbedingungen von Praxiskooperationen im Rahmen von Nachhaltigkeitstransfer.


27.03.2020

Museen als gesellschaftliche Resonanzräume: Mach Dein Match!

Workshop 3 an der Eberhard Karls Universität Tübingen

Die Veranstaltung war die dritte in einer Reihe von Museumstagen im Rahmen des Verbundes transferorientierter Lehre Baden-Württemberg TRAFO und hatte zum Ziel, Wissenschaftler*innen, Museumsmitarbeitende und Kulturaktive zusammenzuführen. Nach einem Impulsvortrag von Prof. Dr. Ernst Seidl, dem Direktor des Museums der Universität Tübingen über “Das Potenzial wissenschaftlicher Universitätssammlungen für die Lehre” stellte Prof. Dr. Thomas Thiemeyer vom Ludwig Uhland Institut für Empirische Kulturwissenschaft die Masterprofillinie „Museen und Sammlungen“ vor. Während des folgenden Gallery Walks hatten kulturelle Initiativen und Vereine im Umfeld der Schnittstelle von Hochschule und Museen die Gelegenheit, sich und ihre Projekte vorzustellen. Nach dem Mittagessen konnten sich die Teilnehmer in Barcamps zu Vernetzungsthemen austauschen und diskutieren. Zum Abschluss führte Prof. Dr. Ernst Seidl, durch das „Museum Alte Kulturen“ und präsentierte die Highlights des MUT.


31.01.2020

Digitale Transformation in der öffentlichen Verwaltung

Netzwerktreffen im Konstanzer Kulturzentrum am Münster

Der Verbund „TRAFO – Netzwerk transferorientierter Lehre in Baden-Württemberg“ fördert den Wissensaustausch und die Vernetzung zwischen allen baden-württembergischen Hochschulen. Circa 60 Teilnehmende aus unterschiedlichen Akteursgruppen und Orten sind der Einladung zum Vernetzungstreffen “Digitale Transformation in der öffentlichen Verwaltung” gefolgt. Nach dem Vortrag „Kompetenzen für die digitale Transformation“ von Prof. Dr. Ines Mergel (Professorin für Public Administration am Fachbereich für Politik- und Verwaltungswissenschaften der Universität Konstanz) stellte Björn Fischer (Koordinator für Digitalisierung der Stadt Konstanz) den Teilnehmenden das Best-Practice-Projekt: „Digital Lotsen“ der Stadt Konstanz vor. In Arbeitsgruppen diskutierten Wissenschaftler*innen, Lehrende und kommunale Partner aus Baden-Württemberg aktiv die Fragen: „Was sind die Aufgaben digitaler Transformation? Wo sind Schwierigkeiten oder gar Grenzen? Welche Kompetenzen brauchen unsere Mitarbeiter von morgen?“ Die Ergebnisse des Workshops werden in einer Publikation der einladenden Professorin, Ines Mergel, nachzulesen sein.


10.01.2020

Museen als gesellschaftliche Resonanzräume: Outreach als strategisches Instrument

Workshop 2 an der Universität Mannheim

Die Veranstaltung war die zweite in einer Reihe von Museumstagen im Rahmen des Verbundes transferorientierter Lehre Baden-Württemberg TRAFO. Nach einem Inputvortrag von Prof. Dr. Hiram Kümper über “Outreach als strategisches Instrument – auch für Universitäten?” hatten kulturelle Initiativen und Vereine im Umfeld der Schnittstelle von Hochschule und Museen die Gelegenheit, sich und ihre Projekte vorzustellen. Ziel war es, Wissenschaftler*innen, Museumsmitarbeitende und Kulturaktive zusammenzuführen.


26.- 27.11.2019

Transfer meets TRAFO

Transfer Lehre Tage an der Universität Konstanz

Transferprojekte in der Lehre sind spannend für alle Beteiligten, aber auch aufwändig. Zwischen akademischen und außerakademischen Partnern bedarf es genauer Absprachen und mitlaufender Feinabstimmung, um den unterschiedlichen Arbeitsweisen, Zeitvorstellungen und Organisationslogiken gerecht zu werden. Die Chancen, aber auch die Risiken vergrößern sich, wenn nicht nur eine Hochschule, sondern mehrere in einem Projekt mit einem externen Partner kooperieren, insbesondere, wenn diese Hochschulen unterschiedlichen Typs sind. In Baden-Württemberg gibt es fünf verschiedene Hochschultypen: Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaft, pädagogische Hochschulen, Akademien (Kunst, Musik, Theater) und die Duale Hochschule mit 9 Standorten. Insgesamt sind es 83 Institutionen im Land. Am Bodensee liegt es obendrein nahe, mit Hochschulen der Schweiz, Österreichs oder Liechtensteins zusammenzuarbeiten.

Die Möglichkeiten und die Herausforderungen hochschultypübergreifender Lehrprojekte im Transferbereich waren das Thema der dritten Transfer-Lehre-Tage an der Universität Konstanz. Zum dritten Mal organisierte das Team Transfer Lehre (Sibylle Mühleisen und Dr. Albert Kümmel-Schnur) gemeinsam mit der Hochschuldidaktik (Melanie Moosbuchner) diese Veranstaltung, die alle geförderten Projekte des vergangenen Jahres in einer Posterausstellung vorstellte. In einer Serie von acht 90minütigen Miniworkshops wurden häufig wiederkehrende Fragen und Themen von Transferprojekten bearbeitet. Beliebt waren die „Einführung in die Agilen Methoden für Transfer-Lehre-Projekte“, die Dr. Magdalena Reichmann und Peter Schramm von der Firma Seitenbau vorstellten, „Überlegungen zur Digitalen Transformation und deren Folgen für die Lehre“ durch Veronika Pöhnl oder die „Darstellung des Schwerpunkts MINT und Gesellschaft“ im Rahmen des Verbunds transferorientierter Lehre Baden-Württemberg durch Prof. Dr. Wolfgang Coenning. Mit letzterem Workshop ist eine Besonderheit der diesjährigen Transfer-Lehre-Tage benannt: erstmals wurden sie in Verbindung mit dem landesweiten Verbund transferorientierter Lehre, kurz TRAFO, durchgeführt.

Die abschließende Podiumsdiskussion machte noch einmal die Frage der guten Zusammenarbeit zwischen Hochschulen unterschiedlichen Typs zum Thema. Auf dem von Dr. Albert Kümmel-Schnur moderierten Podium diskutierten miteinander (in alphabetischer Reihenfolge): Eugen Bors (Student der Geschichtswissenschaften), Dr. Hansjörg Brem (Leiter des Amtes für Archäologie des Kantons Thurgau und Mitglied des Universitätsrates Konstanz), Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Coenning (Hochschule Esslingen und Leiter des NwT-Bildungshauses Göppingen), Prof. Dr. Markus Rhomberg (Geschäftsführer der IBH), Prof. Dr. Michael Stürner (Prorektor für Lehre, Universität Konstanz). Stark debattiert wurde u.a. das Verhältnis von Forschung und Lehre und der daraus resultierende unterschiedliche Umgang mit Transfer in der Lehre. Die Diskussion kann hier vollständig angeschaut werden.

Text: Albert Kümmel-Schnur; Fotos: Uni Konstanz


07.10.2019

Museen als gesellschaftliche Resonanzräume: Rund um den Bodensee

Workshop 1 an der Universität Konstanz

Der Verbund transferorientierte Lehre Baden-Württemberg (TRAFO) hat den Auftrag, landesweit ein hochschultypübergreifendes Netzwerk zur Kooperation mit externen Partnern in der Lehre aufzubauen. Die Zusammenarbeit mit Museen bildet einen Schwerpunkt der Verbundarbeit. In einer Serie von Netzwerkworkshops sollen bereits exisiterende Zusammenarbeiten sichtbar gemacht und neue Kooperationen angeregt werden. Nach der Einführung stellten Dr. Kerstin Bönsch (Christoph Martin Wieland-Stiftung) und Dr. Sarah Seidel (Universität Konstanz) Ihre Zusammenarbeit unter dem Titel “Uni und Museum – friends with benefits” vor. Am folgenden runden Tisch wurden gemeinsame Themen und Interessensschwerpunkte der Teilnehmenden identifiziert und die anschließende Projektmesse bot Gelegenheit für den Austausch zwischen Hochschulen und Museen.


12.04.2019

Netzwerktreffen “Mint und Gesellschaft”

NwT Bildungshaus Göppingen


02.04.2019

TRAFO Auftaktveranstaltung

Haus der Wirtschaft Stuttgart